Medienerstellung durch Studierende

Veröffentlicht von Nicole Podleschny am

Medienerstellung durch Studierende

Einführung

Um eine aktive Haltung zum Teilen und Tauschen in Lehre und Forschung zu befördern, gilt es, Studierende frühzeitig an gemeinsames Arbeiten heranzuführen. Dies geschieht, indem Lernende und Lehrende mit webbasierten Werkzeugen Texte und Medien gemeinsam erarbeiten, die anschließend im Internet als freie Bildungsmedien zur Verfügung gestellt werden.

Dabei steht nicht allein der Erwerb von fachlichen Qualifikationen im Vordergrund, sondern auch das Erlernen der Zusammenarbeit in einer Wissenschaftsgemeinschaft sowie eine reflektierte Auseinandersetzung mit den Potenzialen der Digitalisierung in Forschung und Lehre.

Einsatzszenario

Die Erstellung von Medien durch Studierende kann in ganz unterschiedlichen Kontexten stattfinden: Denkbar ist es beispielsweise, dass Versuche bzw. Experimente filmisch dokumentiert und die Inhalte später per Peer Instruction dem Plenum vermittelt werden. Ebenso können Medienprodukte auch als innovatives Prüfungsformat eingeführt werden. 

In der Veranstaltung „Expanding Design“ im Masterprogramm Architektur der HCU ist das Videoformat ein allgegenwärtiges Medium. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf dem Erlernen künstlerischer Praktiken und medienübergreifender Arbeitsweisen. Hierzu interpretieren die Studierenden ein Interior-Objekt ihrer Wahl und erstellen zur Verarbeitung ihrer Recherche ein Video (ein sog. Desktop Essay). Bei diesem Format setzen Studierende ihre eigene Reflexion des Objekts in Bezug zu ausgewählten Texten aus Architektur, Kunst, Theorie und Popkultur, die ihnen in einem Reader zur Verfügung gestellt werden.

Bildschirmfoto des Desktop Essays des Studenten Marc Sommer
„Das Ziel ist es, den Studierenden alternative Modelle der Wissensvermittlung und -produktion aufzuzeigen. Unsere Erwartung ist dabei, dass Studierende ihr vorhandenes Wissen neu interpretieren und sich nicht scheuen, die eigenen Grenzen aufzubrechen. Es ist ein sehr neues Format für die Teilnehmenden, aber die bisherigen Produktionen sind vielversprechend und vereinbaren Kreativität, Witz und detailliertes Fachwissen.“
Daniel Springer
Wissenschaftlicher Mitarbeiter - Architektur (HCU)

Ein weiteres Beispiel für ein Medienerstellungsprojekt ist das am Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz (TUHH) entstandende Projekt RUVIVAL. RUVIVAL zeigt eine Vielfalt von Open Educational Resources (Interactive Lectures, Quiz etc.), die u.a. im Rahmen von studentischen Projektarbeiten entstanden sind.

Tipps zur Umsetzung

Ziele von Medienerstellungsprojekten

Die gemeinsame Erstellung von digitalen Skripten und Dokumentationen bietet Lehrenden und Lernenden die Möglichkeit, den Lernprozess und die Medienkompetenzentwicklung miteinander zu verknüpfen.

Die Studierenden können im Rahmen gemeinsamer Medienerstellung ihr Wissen vertiefen und präzisieren. Zudem lernen sie, Fachinhalte für eine Zielgruppe angemessen zu präsentieren und bereiten sich so auf die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt vor.

Tools an der HCU

An der HCU können Lehrende und Studierende für die Zusammenarbeit zum Beispiel Foren und Wikis in moodle nutzen. Für das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten in Echtzeit in MarkDown bieten sich die HCU-Cloud oder Hedgedoc an. Für die Ablage und Verteilung von Videos steht die Videoplattform ViMP zur Verfügung.

Literatur

Good Practice: Studierende erstellen Kurzfilme. Videointeraktion über Multi-Angle Classroom-Videos (Hochschule für Musik und Theater Leipzig)