World Café

Veröffentlicht von Sabine Schermeier am

World Café

Einführung

Die Idee des World Café ist es, Menschen (wie in einem Straßen-Café) miteinander ins Gespräch zu bringen. Hierbei geht es um den Diskurs über verschiedene Fragestellungen in kleinen Kreisen. Um den Austausch zu vertiefen, wechseln die Teilnehmenden mehrmals die Tische, sodass die Gruppen durchmischt werden. Am Ende findet eine Abschlussrunde zur Ergebnissicherung im Plenum statt.

Gruppengröße

12 – 1.200 Teilnehmende

Dauer

ca. 45 Minuten bis zu 3 Stunden (mehrere Gesprächsrunden à 15 bis 30 Minuten)

Erklärvideo der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (2:09 min)

Einsatzszenario

Die Teilnehmenden stehen oder sitzen im Raum verteilt an Tischen mit vier bis maximal sechs Personen. Die Tische sind mit Flipchart-Papier o.Ä. sowie mit Stiften oder Markern ausgestattet. Ein Moderator oder eine Moderatorin (meist die Lehrperson) führt in die Arbeitsweise ein, erläutert den Ablauf und weist auf Verhaltensregeln hin. An jedem Tisch übernimmt eine Person die Gastgeber-Rolle.

Im Verlauf bearbeiten Teilnehmende in Gruppen in aufeinanderfolgenden Gesprächsrunden entweder dieselben oder aufeinander aufbauende Fragen. Die jeweiligen Runden können zwischen 15 bis 30 Minuten dauern. Nach jeder Gesprächsrunde verteilen die Teilnehmenden sich neu auf die anderen Tische. Je ein*e Gastgeber*in bleibt an jedem Tisch zurück. Die Gastgeber*innen haben die Aufgabe, neue Gäste zu begrüßen, die vorhergehende Diskussionsrunde zu resümieren und den Diskurs erneut in Gang zu bringen. Das World-Café schließt mit einer gemeinsamen Reflexionsphase ab.

Entwicklung der Fragestellungen

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein World-Café sind die richtigen Fragen. Sie sollten inhaltlich und dramaturgisch aufeinander aufbauen. So sollte die erste Frage öffnenden oder sammelnden Charakter haben, um verschiedene Ideen zunächst zusammenzutragen. Die zweite bzw. dritte Frage ist dann eher fokussierter und handlungsorientiert gestellt, z.B. „Was müssen wir beschließen, um xy zu erreichen?“. Achten Sie überdies darauf, dass die Fragen offen gestellt sind und einen einladenden Charakter haben.

Tipps zur Umsetzung

Ergebnissicherung

Für die Sicherung der Ergebnisse bieten sich verschiedene Möglichkeiten an:

  • „Reporter*innen“ der Diskussionstische fassen die Ergebnisse des Tisches zum Schluss stichwortartig zusammen.
  • Alle Flipchart-Papiere/Tischdecken werden zum Schluss ausgehängt und die Teilnehmenden priorisieren die wichtigsten Aussagen mit Klebepunkten.
  • Mitglieder jeder Tischgruppe schreiben in der letzten Diskussionsrunde ihre Top 3 der Ideen auf Moderationskarten; anschließend werden die Moderationskarten auf einer Pinnwand gruppiert. 
World Café digital

Ein World Café lässt sich auch in einem Web-Meeting umsetzen. Jeder Tisch wird hierbei durch einen Breakout-Raum repräsentiert. Für jeden Breakout-Raum wird eine Folie oder ein Online-Whiteboard vorbereitet, damit die Teilnehmenden gemeinsam ihre Ideen notieren können. Eine Person bleibt als feste*r Gastgeber*in im Raum. Nach jeder Gesprächsrunde wechseln die anderen Teilnehmenden selbstständig in den nächsten Raum.

Literatur

Christian-Albrecht-Universität Kiel (2014): Methode World Café. Einfach gute Lehre – Der Lehre-Blog der CAU Kiel URL: World Café 

The World Café Community Foundation: Forschungsberichte, Informationen und Meinungen zur Methode World Café URL: The World Cafe | Shaping Our Futures Through Conversations That Matter 

Beitragsbild von Nathan Dumlao auf Unsplash