Murmelgruppen (Buzz Groups)
Veröffentlicht von Sabine Schermeier am
Murmelgruppen (Buzz Groups)
Einführung
Murmelgruppen, auch „Buzz Groups“ genannt, ist eine niederschwellige Methode, um Studierende in Vorlesungen zu aktivieren. Murmelgruppen nehmen nicht viel Zeit in Anspruch und können unabhängig von der Gruppengröße in Präsenzveranstaltungen oder in Web-Meetings eingesetzt werden.
Einsatzszenario
In der Präsenzveranstaltung: Nach einem kurzen Input der Lehrperson bekommen die Studierenden eine Frage gestellt. Sie haben dann – je nach Schwierigkeitsgrad der Frage – 3-10 Minuten Zeit, sich mit den Nachbarn oder Nachbarinnen auszutauschen. Nach Ablauf der Zeit wird um Ruhe gebeten und die Lehrperson fragt die Ergebnisse der Gruppen ab. Dies geschieht, indem beispielsweise einzelne Gruppen gefragt werden oder mit Hilfe von Abfragen, z.B. per Handzeichen oder per ‚mobile response‘ über da Smartphone.
Im Web-Meeting: Nach einem kurzen Input bekommen die Studierenden eine Frage gestellt. Die Lehrperson startet Breakout-Rooms für zwei bis drei Teilnehmende mit automatischer Zuweisung. Studierende haben je nach Schwierigkeitsgrad der Frage 3-10 Minuten Zeit, sich mit den Peers auszutauschen. Nach Ablauf der Zeit werden die Breakout-Sessions beendet und die Studierenden kehren in den Hauptraum zurück. Die Lehrperson kann die Studierenden auffordern, von ihren Ergebnissen zu berichten. Eine Alternative, insbesondere für große Gruppen, ist eine Umfrage, z.B. Single- oder Multiple-Choice-Frage, die vorab in der Webmeeting-Anwendung angelegt wurde.
Vorteile von Murmelgruppen
+ Die Hemmschwelle für Wortmeldungen sinkt.
+ Studierende setzen sich aktiv mit den Inhalten auseinander statt passiv zu rezipieren.
+ Die Diskussion wird gefördert.
+ Monotone Frontalvorlesungen werden aufgebrochen.
+ Lehrende bekommen Feedback über das Verständnis der Studierenden
Im folgenden Video wird anhand von Beispielen erklärt, wie die Komplexität der Fragen gesteigert werden kann .
Stephen Brookfield – Buzz Groups (2019). Association of College and University Educators – 1.15 min. Youtube Video
Tipps zur Umsetzung
Leitfragen erstellen
Bei der Erstellung der Fragen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Leitfragen ergeben sich aus der Disziplin und dem Zeitpunkt der Frage. Hier einige Beispiele:
- Ein neues Thema startet. Die Frage könnte lauten: „Was wissen Sie bereits über ….?“
- Die Lehrperson rechnet etwas vor. Mögliche Fragen: „Wie sieht der nächste Schritt aus?“, „Für welchen Lösungsansatz würden Sie sich entscheiden?“
- Die Lehrperson stellt ein theoretisches Konzept vor. Die Studierenden diskutieren dann: „Ist das Konzept auf Fall x zu übertragen oder nicht? Warum?“
Je nach Leitfrage entscheidet die Lehrperson, welche Art des Feedbacks (Wortmeldungen oder Abfragen) sinnvoll ist.
Zeitpunkt des Einsatzes
Murmelgruppen nehmen nicht viel Zeit in Anspruch und können flexibel eingesetzt werden um…
- …Studierende auf ein neues Thema einzustimmen,
- …Vorwissen zu aktivieren,
- …zuvor gehörtes theoretisches Wissen anzuwenden und
- …Rückmeldung über das Verständnis zu erhalten.
Mögliche Tools
Für die Präsenzveranstaltung: Es empfiehlt sich der Einsatz von “mobile response”-Systemen, bei der die Studierenden ihre privaten Smartphones, Tablets oder Laptops als Abstimmungsgeräte nutzen. Eine DSGVO-konforme Variante ist das Formular in Nextcloud (HCU-Cloud).
Für das Online-Meeting: HCU-Lehrende können ZOOM oder Microsoft Teams nutzen, um mit Ihren Studierenden zu kommunizieren.
Literatur
Die Methode „Buzz Group“ im Überblick: Definition, Zielsetzung und Ablauf – URL: https://www.sakajournals.org/ojs/index.php/tjer/article/download/27/14/178
Tipps und Variationen der Methode „Buzz Groups“ – URL: Microsoft Word – Buzz_Groups_production.docx
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