Constructive Alignment
Veröffentlicht von Nicole Podleschny am
Constructive Alignment
Einführung
„Und was davon kommt in der Prüfung dran?“ – Studierende lernen vorangig, um die Prüfung zu bestehen. Lehrende planen ihre Veranstaltung meist auf Grundlage ihrer Lehrinhalte.
Diese unterschiedliche Fokussierung kann ein Spannungsfeld erzeugen. Hilfestellung kann hier das Konzept des Constructive Alignment geben.
John Biggs zeigt in seinem Konzept des Constructive Alignment ein plausibles Vorgehen auf: Bei der Entwicklung der Lehrveranstaltung ist darauf zu achten, dass Lehr-/Lernmethoden und Prüfungsart sich an den angestrebten Lernzielen orientieren.
„Constructive“ steht dabei für eine konstruktive Auseinandersetzung der Studierenden mit den Lehrinhalten, um Kompetenzentwicklung zu ermöglichen.
„Alignment“ beschreibt die dafür notwendige Harmonisierung von Lernzielen, Lehr-/Lernaktivitäten und Prüfungsform.
Dr. Alexandra Strasser von ProLehre | Medien und Didaktik der TUM beschreibt das Konzept des Constructive Alignment in diesem Video anhand eines Beispiels.
Tipps zur Umsetzung
Transparente Lernziele formulieren
Definieren Sie als erstes Ihre Lehr- und Lernziele. Was sollen Ihre Studierenden am Ende in der Lage sein zu tun? Achten Sie dabei auf eine möglichst präzise und transparente Formulierung. Bleiben Sie bei der Entwicklung Ihrer Lernziele realistisch und reduzieren Sie ggf. Ihre Lehrinhalte. Orientieren Sie sich bei der Formulierung der Lernergebnisse an Lernzieltaxonomien (siehe Beitrag Lernziele).
Prüfungsleistung an Lernzielen orientieren
Im zweiten Schritt überlegen Sie sich eine an Ihren Lehr-/Lernzielen ausgerichtete geeignete Leistungsbewertung. Wie müssen Sie Ihre Prüfung gestalten, damit die Prüfungsleistung Ihrer Studierenden – an den Lernzielen orientiert – bewertet werden kann? Was sollen die Studierenden am Ende können? Geht es um theoretisches oder praktisches Wissen? Sollen die Studierenden zum Beispiel Methoden der Gesprächsführung kennen oder sollen sie diese auch anwenden können?
Lernsetting festlegen
Entwickeln Sie erst jetzt ein geeignetes Lernsetting, welches die Entwicklung Ihrer Lernziele aktiv unterstützt. Überlegen Sie, welche Methoden geeignet sind, um die Kompetenzentwicklung Ihrer Studierenden zu fördern. Um dieses Lernsetting systematisch zu planen, kann ein Planungsraster helfen.
Regelmäßige Lernstandsüberprüfungen
Die Lernzielerreichung kann durch eine schrittweise Auseinandersetzung der Studierenden mit dem Lehrstoff und regelmäßigen Lernstandüberprüfungen unterstützt werden. Dies kann über begleitende Reflexionsaufgaben und kleine Zwischenprüfungen geschehen. Maßgeblich ist hierbei natürlich, dass sich Reflexionsaufgaben und Zwischenprüfungen an den gewünschten Lernzielen und der abschließenden Prüfungsform orientieren.
Digitale Werkzeuge zur Aktivierung nutzen
Last but not least: Bei der Erreichung der Lernziele geht es fast immer darum, Handlungskompetenz zu erlangen. Es geht um die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, um in noch unbekannte Situationen (im beruflichen Kontext) angemessen reagieren zu können. Digital gestützte Lernaktivitäten können die Auseinandersetzung mit Fachinhalten sinnvoll unterstützen.
Orientierung schaffen
Wichtig ist es, ein Lernumfeld zu schaffen, in dem sich Studierende gut orientieren können: Im Idealfall wissen sie zu jedem Zeitpunkt, welches Lernziel aktuell verfolgt wird und wo sie dafür bereitgestellte Lehr-/Lerninhalte finden können.
Planungstools
Der elektronische Lehrveranstaltungsplaner der Bergischen Universität Wuppertal ist eine für alle Interessierten zugängliche Webapplikation zur Planung von Lehrveranstaltungen unter Berücksichtigung des Constructive Alignment. Neben der Benennung von Kompetenzen, Taxonomiestufen und Lernzielen, können auch Lehr-/Lernaktivtäten und Prüfungsformen bestimmt werden.
E-Assessment-Literacy EAs.LiT ist ein an der Universität Leipzig entwickeltes E-Assessment-Literacy-Tool, welches die Formulierung von Learning Outcomes unter Berücksichtigung von Constructive Alignment erlaubt. Weiterführende Informationen gibt es hier:
Literatur
Biggs, John (2003). Aligning Teaching for Constructing Learning. URL: Aligning Teaching for Constructing Learning
Lehre TU München (o. J). Constructive Alignment. Wie Sie Lernergebnisse, Lehrveranstaltung und Prüfung optimal aufeinander abstimmen. Technische Universität München. URL: https://www.lehren.tum.de/themen/lehre-gestalten-didaktik/erfolgsfaktoren-guter-lehre/constructive-alignment/
e-teaching.org (2018). Themenspecials: Constructive Alignment. Leibniz-Institut für Wissensmedien. URL: https://www.e-teaching.org/praxis/themenspecials/learning-e-learning/themeneinheiten/constructive-alignment
e-teaching.org (2018). Didaktik: Constructive Alignment. Leibniz-Institut für Wissensmedien. URL: https://www.e-teaching.org/didaktik/konzeption/constructive-alignment
Volk, B. (o. J.). Constructive Alignment. ETH Zürich. URL: https://ethz.ch/de/die-eth-zuerich/lehre/lehrentwicklung/designing-teaching/constructive-alignment.html
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