Akademisches Leben leben

Veröffentlicht von Sabine Schermeier am

Akademisches Leben

Einführung

Viele Wissenschaftler*innen nutzen soziale Netzwerke, um ihre Forschung zu verbreiten. Durch die Nutzung verschiedener Plattformen wie Instagram, TikTok, Facebook, LinkedIn, Bluesky und YouTube können Hochschulen ihre Zielgruppen erreichen und mit ihnen interagieren. Die Beiträge können an die Lebenswelten (potentieller) Studierender anzuknüpfen. Insgesamt eignen sich Beiträge auf Social Media Kanälen, Interessierte und Studierende über aktuelle Forschungsvorhaben zu informieren und Bezüge zu Berufs- und Anwendungsfeldern herzustellen.

Einsatzszenario

Verschiedene Accounts spiegeln die Vielfalt der Lehre, der Forschung sowie der Hochschule mit ihren diversen Statusgruppen wieder. Studierende bekommen einen Einblick, der ihnen ermöglicht, Namen und Gesichter mit Forschungsbereichen zu verknüpfen. Sie sehen außerdem, wie Forschungsergebnisse Anwendung in der realen Welt finden, auch im internationalen Kontext. Außerdem werden sie mit dem Expert*innen-Vokabular der jeweiligen Disziplin vertraut. 

Im günstigsten Fall steigt gerade bei Studienanfänger*innen die Motivation, die manchmal trockenen theoretischen Grundlagen zu erlernen, wenn die spätere Anwendung sinnvoll erscheint.

Instagram-Beispiele der HCU Hamburg, TU Hamburg sowie CityScienceLab (2020)

Offizielle Hochschul-Accounts informieren beispielsweise über
Veranstaltungen, Termine, Vorstellung neuer Professoren und Professorinnen, Auszeichnungen, bewilligte Förderprojekte, offizielle Besuche, z.B. aus dem Ausland, aus der Politik, aus der Stadt, Alumni-Portrait, Presseerwähnungen, u.ä. 
Ein offizieller Hochschul-Account setzt die Hochschule in Bezug zur unmittelbaren und mittelbaren Umwelt und bietet Einblicke in die Kultur und den Universitätsablauf

Accounts des Dekanats, Instituts oder Studienprogramms informieren über Teilnahme an Konferenzen, Veröffentlichungen von Lehrenden und Forschenden, Termine rund um das Studienprogramm sowie Themen und Ergebnisse von Abschlussarbeiten, Studentische Auszeichnungen und Anwendungen von Forschungsergebnissen auf die reale Welt.

 Der persönlich-professionelle Account von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder Forschungsgruppen / Forschungslabore informiert über aktuelle Forschungsprojekte und Ergebnisse, setzt die eigene Forschung in Bezug zu anderen (z.B. durch Retweets, Likes und Replies von Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenscommunity), berichtet von Konferenzen und lesenswerten Beiträgen und Veröffentlichungen. 

Die Accounts des AstA und der Fachschaftsräte informieren über Aktivitäten, Aktionen und Partizipationsmöglichkeiten, über die Möglichkeiten der studentischen Selbstverwaltung, den Hochschulalltag,  sowie über Unterstützungsangebote. Sie formulieren Wünsche an die Hochschule zur Verbesserung von Studienbedingungen, rufen zu Mitmachaktionen und Petitionen auf, beziehen (hochschul-)politische Position und geben Tipps zur Bewältigung des Studiums.

Ausgewählte Mitglieder einer internationalen, externen Fachcommunity informieren über ihren Forschungsstand, über ihre institutionelle Einrichtungen, in der sie tätig sind und berichten von Veröffentlichungen, Veranstaltungen und Konferenzen. 

Tipps zur Umsetzung

Erstellen Sie eine Liste

Erstellen Sie für Ihre Veranstaltung eine kleine Liste mit einschlägigen Accounts, denen Sie in Ihrem professionellen Kontext folgen.

Stellen Sie Bezüge her

Greifen Sie in der Veranstaltung einen aktuellen Post auf, der inhaltlich passt. Stellen Sie einen Kontext zu Ihrer Vorlesung her, z.B. Warum ist dieser Beitrag interessant? Wer veröffentlicht hier?

Fragen Sie Ihre Studierenden

Insbesondere Studierende in höheren Semestern haben eventuell Tipps für disziplinspezifische Hashtags oder Accounts. Werden Sachverhalte im internationalen Kontext anders diskutiert, gibt es andere Forschungsansätze und Herangehensweisen?

Literatur

Niendorf, L. (2025). Instagram als ein Medium für Prozesskommunikation im Hochschulkontext. In F. Isensee, T. Mayer, L. Pohle & D. Töpper (Hrsg.), Interdisziplinäre Beiträge zur Bildungsforschung 2025 (S. 279–306). Berlin Universities Publishing. https://doi.org/10.14279/depositonce-23150

Bild von Robert Bye (BY34glOW7wA) – unsplash