Kollaboratives Schreiben
Veröffentlicht von Nicole Podleschny am
Kollaboratives Schreiben
Einführung
Unter kollaborativem Schreiben versteht man die Textproduktion im Team. Hierfür können zum einen Werkzeuge eingesetzt werden, die zeit- und ortsunabhängig das Erstellen und gemeinsame Bearbeiten von Texten erlauben (asynchrones Schreiben). Manche Tools erlauben auch eine zeitgleiche Bearbeitung (synchrones Schreiben).
Einsatzszenario
Kollaboratives Schreiben lässt sich zum Beispiel mit Etherpad verwirklichen: Hierin wählen alle Schreibenden eine individuelle Farbe für ihre Textbeiträge. Die Textproduktion kann synchron oder asynchron erfolgen.
Kollaborative Schreibprozesse eignen sich besonders für Lehrveranstaltungen, in denen Studierendengruppen zusammen an Projekten und Aufgabenstellungen arbeiten und die gemeinsame Dokumentation der Ergebnisse das Ziel ist (z.B. Berichte, Protokolle, Hausarbeiten, Präsentationen). Um solche Arbeitsformen zu initiieren, bieten sich verschiedene webbasierte Programme an.
Das gemeinsame Schreiben an einem Text kann motivierende Wirkung haben: Jeder kann sich einbringen und die eigenen Ideen als wichtigen Teil der Inhaltserarbeitung wahrnehmen. Somit fördert es die Partizipation und Aktivität der Studierenden.
Zudem lassen sich in Zusammenarbeit mit anderen komplexe Inhalte intensiver bearbeiten, als dies alleine möglich wäre.
Tipps zur Umsetzung
Voneinander profitieren
In einem kollaborativen Schreibvorgang können die Beteiligten voneinander profitieren, indem sie sich in ihren Fähigkeiten und Kenntnissen ergänzen und gegenseitig unterstützen. Durch die Arbeit innerhalb der Gruppe entstehen Feedback-Mechanismen und Überarbeitungsschleifen.
Die Gruppe kontrolliert und bewertet gemeinsam das entstehende Dokument und beobachtet den Prozess. Da die Gruppe Verantwortung für die geschaffenen Texte übernehmen muss, werden zugleich Teamarbeit und Teamfähigkeit gefördert.
Regeln für die Zusammenarbeit bestimmen
Damit das gemeinsame Schreiben funktioniert, sollte die Zusammenarbeit inhaltlich und organisatorisch geregelt werden: Gibt es Hierarchien? Dürfen alle alles oder gibt es eine Person, die das Endprodukt letztlich abnimmt? Je nachdem, um welches finale Produkt es geht, kann es sinnvoll sein, vorab Standards zu bestimmen und Bewertungskriterien transparent zu machen.
Tools an der HCU
Synchron/ Asynchron: Etherpads zur freien Nutzung finden sich im Netz. Zu empfehlen ist auch das datenschutzkonforme Cryptpad. Eine Registrierung ist nicht notwendig, die Nutzer und Nutzerinnen teilen sich einen Link.
Asynchron: Für kollaboratives Schreiben bietet sich auch ein Wiki an, z.B. im Lernmanagementsystem moodle.
Ebenso erleichtern Online-Speicherorte das Dokumentenmanagement, indem sie den gemeinsamen Zugriff auf abgelegte Daten ermöglichen. Hier steht für Studierende und Lehrende der HCU die Nextcloud zur Verfügung.
Literatur
Welches Tool für welche Schreibaufgabe? – einen Vergleich verschiedener Tools nimmt Ute Demuth im Rahmen des Projekts #PB21 der Bundeszentrale für politische Bildung vor.
Schermeier, S., Podleschny, N., Stahlberg, N., Schröder, C., & Burkhardt, C. (2018). Online-Whiteboards zur Unterstützung kollaborativer Schreibprozesse. In: Journal der Schreibberatung. Ausgabe 15 (Juni 2018): Digitales Schreiben – Schreiben in digitalen Umgebungen https://doi.org/10.3278/JOS1801W081